Echte Kanuten paddeln auch bei kaltem Wetter
Die neue Paddelsaison begann kalt. Trotzdem trafen sich am Sonntag 12 Mitglieder der Kanuvereinigung Esslingen zum traditionellen Anpaddeln. Los ging es mit 3 Zweier-Canadiern und 6 Einer-Kayaks auf 3 Fahrzeugen auf die Iller. Begleitet von Hochnebel fuhren alle hochmotiviert über die mit Schnee bezuckerte Schwäbisch Alb. Immer in Erwartung des vom Wetterdienst vorhergesagten schönen Wetter in der Zielgegend. Und tatsächlich strahlte die Sonne an der Einsatzstelle in Illerrieden. Die Iller führte recht wenig Wasser, denn der Kälteeinbruch im Allgäu verhinderte die Schneeschmelze. Dort entspringen ihre Quellflüsse Trettach, Stillach und Breitach. Gepaddelt wurde auf der Iller von Vöhringen bis Neu Ulm. Der renaturierte Flussabschnitt am Einstieg ist interessant, mit größeren Steinen, Kiesbänken und flotter Strömung. Eine kleinere Schwallstrecke bot eine etwas spritzige Abwechslung. Am Naturwehr erzeugen Gefälle und viele große Steine eine 100 m lange Verblockung. Hier wurde angehalten und geschaut, ob eine Durchfahrt möglich ist. Die erfahrensten Kanuten fuhren im offene Kanadier herunter. Ein Zweier-Kanadier ist dabei gekentert und die Besatzung hat sich im kalten Wasser im gekonnten Freistilschwimmen bewiesen. Das war bei den Außentemperaturen freilich sooo nicht geplant.
Die Anderen trugen ihre Boote auf dem Uferweg hoch. Nach 200 m muste man abenteuerlich über eine Anlegeleiter absteigen und die Boote am Seil hinunter lassen. Da der Fluss sich hier tief eingegraben hat, ist die Böschung circa 5 Meter hoch. Gemeinsam wurde es gut gemeistert. Der folgende Fluss Abschnitt ist kanalisiert und begradigt. Es war zeitweise sonnig und nicht mehr so kalt. Die Mittagsrast wurde am nächsten Wehr eingelegt und alle freuten sich über ein zünftiges Weißwurstfrühstück. Auch an Eier, Gurken, Brötchen und Brezeln wurde gedacht und aufgefahren wie traditionell beim Anpaddeln in der KVE üblich. Ein Dank an den Organisator und die Canadierfahrer, die alles transportiert haben und damit für`s leibliche Wohl aller sorgten. Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichten alle gegen 17 Uhr die Illermündung in die Donau. Auf der mächtig starken Strömung konnte man sich bis zum dortigen Kanuverein in Ulm beim Ulmer Münster treiben lassen. Zwar war es bei der rund 18 km langen Fahrt etwas kalt, aber doch halbwegs sonnig und wirklich sehr schön.